Gefiederte Gestalten in den Tiefen des Bergwaldes
Der Fanjingshan liegt im Gebiet von Tongren in der Provinz Guizhou und ist der Hauptgipfel des Wuling-Gebirges mit einer höchsten Höhe von 2572 Metern. Hier ist ein gut erhaltenes ursprüngliches Waldökosystem derselben Breitenzone wie anderswo auf der Welt bewahrt, die Waldbedeckung ist hoch und die vertikale Vegetationszonierung deutlich – von den immergrünen Laubwäldern am Fuß bis zu den sommergrünen Laubwäldern in der Höhe, mit reicher Schichtung der Gehölze; dazu zahlreiche Bergbäche, die vielen Vogelarten geeignete Lebensräume bieten.
Wissenschaftlichen Erhebungen zufolge gibt es hier eine große Vielfalt an Vogelarten. Der Weißnacken-Glanzfasan, der Rotbrust-Tragopan, der Goldfasan und der Rotrüsselhänfling tauchen gelegentlich in den Wäldern auf. Der Fanjingshan kennt seit jeher die Rede von den „seltenen Vögeln“, die zu den zehn außergewöhnlichsten Landschaftswundern gezählt werden – ein Beleg für die Bedeutung der Vögel in diesem Bergland. Wer auf freigegebenen Wegen und am Waldrand unterwegs ist und auf Bewegungen zwischen Zweigen und im Gebüsch achtet, wird oft unerwartete Überraschungen erleben.
Zu welcher Jahreszeit man Vögel beobachtet
Der Fanjingshan gehört zur ostasiatischen Monsunklimazone; die Temperatur sinkt mit steigender Höhe, die Luft ist feucht, in den Bergen gibt es viel Nebel. Die Vogelwelt zeigt je nach Jahreszeit unterschiedliche Züge – vor der Abreise kann man nach dem eigenen Zeitplan wählen:
- Frühling: Die Zugvögel kehren nach Norden zurück, im Wald wird häufig gesungen – eine gute Zeit zur Vogelbeobachtung.
- Sommer: Die Wälder sind üppig, die Standvögel aktiv, morgens und abends am leichtesten zu sehen; im Bergland ist der Sommer kühl – auch gut zum Vogelbeobachten beim Ausweichen vor der Hitze.
- Herbst und Winter: Einige Zugvögel rasten oder überwintern; bei klarem Wetter ist die Sicht gut und die Beobachtung leicht.
In jeder Jahreszeit sind Morgen- und Abenddämmerung die besten Zeiten für die Vogelbeobachtung. Dann ist das Licht weich, die Vögel sind aktiv – ideal für leises, langsames Gehen und geduldiges Warten.
Wo und wie man beobachtet
Zur Vogelbeobachtung muss man nicht in nicht freigegebene Bereiche vordringen. Es genügt, langsam auf freigegebenen Wegen, am Waldrand und an Bächen entlangzugehen – Waldvögel und Wasservögel an den Bächen finden hier jeweils ihr Revier. Bei der Beobachtung ein Fernglas benutzen, ruhig bleiben, nicht nachjagen, nicht füttern und keine Vogelstimmen abspielen, um Vögel anzulocken. Beim Fotografieren Abstand halten, keinen Blitz verwenden und die Vögel nicht durch das Fotografieren stören.
- Am besten unauffällige, gedeckte Kleidung tragen, um die Vögel optisch weniger zu stören.
- Leise und langsam gehen, ruhig bleiben – Geduld ist oft wichtiger als schnelles Vorankommen.
- Nicht nachjagen, kein grelles Licht einsetzen und die Beobachtung aus sicherem Abstand belassen.
- Bitte keine Wildtiere füttern und gemeinsam ihren Lebensraum schützen.
Nicht nur Vögel beobachten – auch diesen Berg bewahren
Der Fanjingshan ist eine der Regionen mit der größten Biodiversität derselben Breitenzone weltweit und wird als „Genbank der biologischen Ressourcen“ bezeichnet. 2018 wurde er in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen und ist das einzige Habitat des Guizhou-Stumpfnasenaffen. Jede Pflanze, jeder Stein und jedes Gewässer in den Bergen ist kostbar; jede kleine Handlung bei der Vogelbeobachtung betrifft die Ruhe der Vögel.
Beim Besuch bitte auf freigegebenen Wegen bleiben, keine Vegetation zertreten und keine nicht freigegebenen Bereiche betreten; keine Blumen oder Pflanzen abbrechen, keine Pflanzen ausgraben, keine Wildtiere stören oder füttern; Müll mitnehmen und ins Tal bringen oder in die Sortieranlagen werfen, nicht vor Ort wegwerfen oder vergraben; keine Feuerquellen in den Wald bringen und den Schutz vor Waldbränden beachten. Vögel nicht stören, nicht fangen und Nester und Lebensräume nicht zerstören – das sind die Grundregeln der Vogelbeobachtung. Die Schönheit im Auge und in der Kamera bewahren und den Vögeln im Bergwald Ruhe und Gesang lassen.