Westtor und Osttor: zwei verschiedene Aufstiegswege
Der Fanjingshan hat zwei Eingänge: das Osttor (Richtung Jiangkou) und das Westtor (Richtung Yinjiang); die Art des Aufstiegs unterscheidet sich deutlich. Am Osttor dominieren Besucherbus und Seilbahn, die flexibel kombiniert werden können – zeitsparend und bequem, geeignet für die meisten Besucher. Am Westtor gibt es keine Seilbahn; der gesamte Weg muss zu Fuß bewältigt werden, mit Tausenden von Stufen, und der Aufstieg dauert in eine Richtung meist 4–6 Stunden – eher für konditionsstarke Wanderfreunde.
Wer sich für die komplette Wanderung über das Westtor entscheidet, gibt einen Großteil des Tages an den Weg ab. Unterwegs dominieren Urwald und Berglandschaft; im Vergleich zu Seilbahn auf und ab ist die Aussicht ursprünglicher. Der abgelegenere Eingang ist weniger überlaufen, doch gerade deshalb sollten Hin- und Rückweg sowie der Zeitplan vorab geklärt werden.
Die Zehntausend-Stufen-Himmelsleiter: hoch gelegene Steinstufen im Kerngebiet
Egal durch welches Tor man einsteigt – nach Erreichen des Kerngebiets folgt noch ein Stück Treppenaufstieg. Von der Bergstation der Seilbahn oder über den Wanderweg bis zum Bereich des Goldenen Gipfels gibt es zahlreiche Stufen, die „Zehntausend-Stufen-Himmelsleiter“ genannt werden. Die Stufen folgen meist dem Gelände und sind stellenweise steil; obwohl ordentlich angelegt, fordern sie Kondition und Ausdauer.
Für die Kräfteeinteilung gibt es einige praktische Tipps: vor dem Aufstieg ausreichend schlafen und maßvoll essen, weder mit leerem noch mit vollem Magen; unterwegs gleichmäßig und langsam gehen und in kleinen Mengen mehrfach Wasser trinken – das ist kräftesparender als schnelles Voranstürmen; an steilen Stufen Geländer nutzen und seitlich langsam gehen, beim Abstieg besonders die Knie schonen; zugleich für Hin- und Rückweg sowie Wartezeiten ausreichend Zeit einplanen, um Nachtwanderungen zu vermeiden.
Ausrüstung, Wetter und Sicherheit
- Schuhe: Rutschfeste, den Fuß umschließende Wander- oder Sportschuhe; an nassen Stellen langsamer gehen und Geländer festhalten.
- Kleidung: Schnelltrocknende Innenschicht plus wärmende Mittelschicht und winddichte Außenschicht – auf dem Gipfel sind die Temperaturunterschiede groß; Regenponcho mitnehmen.
- Sonstiges: Wanderstöcke, Regenschutz, Sonnenschutz, Trinkwasser und energiereiche Snacks.
- Abstieg: Schwerpunkt tief halten, kleine langsame Schritte; auf engen Wegen nicht nebeneinander gehen und nicht drängeln.
- Wetter: Bei Gewitter, starkem Wind oder dichtem Nebel sind die Stufen rutschig und die Sicht gering; nicht auf Bergrücken, unter großen Bäumen oder an offenen Stellen verweilen, Hinweise vor Ort befolgen und die Route bei Bedarf anpassen.
- Notfall: In Begleitung unterwegs sein und in Kontakt bleiben, Wasser und gängige Medikamente mitführen; bei Atemnot, Schwindel oder Unwohlsein sofort anhalten und ausruhen, bei schweren Fällen umgehend das Personal vor Ort um Hilfe bitten; vor Einbruch der Dunkelheit absteigen.
Wer an Herz-, Blutdruck- oder anderen Grunderkrankungen leidet, sollte vor dem Aufstieg besonders den eigenen Zustand einschätzen, nicht unbedingt den Gipfel erzwingen und bei Erschöpfung rechtzeitig ausruhen oder umkehren.
Nach dem Aufstieg: der Pilzfelsen und Hinweise zum Gipfel
Nach Erreichen des Kerngebiets lohnt der Pilzfelsen einen eigenen Besuch. Er ist über zehn Meter hoch, besteht aus Sandstein und Schiefer, ist oben breit und unten schmal mit hoch liegendem Schwerpunkt; die Spitze ist nahezu quadratisch, der Fuß ein schmaleres Rechteck – es scheint, als könne er jederzeit umstürzen, doch steht er seit Jahrhunderten auf dem Gipfel. Ringsum liegen weitere bizarre Felslandschaften wie der Adlerfelsen, die Zehntausend Bücher und der Generalkopf.
Der Pilzfelsen liegt im Bereich des Alten Goldenen Gipfels im Kerngebiet und ist nach Erreichen des Kerngebiets per Seilbahn oder zu Fuß erreichbar. Am frühen Morgen und am Abend ist das Licht weich, und wenn das Wolkenmeer heranzieht, ist die Stimmung am schönsten; beim Fotografieren auf den Boden achten – auf dem Gipfel ist es windig und uneben, bitte nicht für ein Motiv über Geländer steigen oder ungeöffnete Bereiche betreten. In der Hochsaison ist es voll; es empfiehlt sich, außerhalb der Spitzenzeiten zu kommen und einander durchzulassen. Das Wetter auf dem Gipfel ist wechselhaft und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind groß; vor der Anreise das Wetter des Tages und den Seilbahnbetrieb prüfen und warme Kleidung sowie Regenschutz mitnehmen; bei Gewitter, starkem Wind und ähnlichem Wetter können Teile zeitweise gesperrt werden – maßgeblich sind die Hinweise vor Ort.